13. Spieltag
11.12.2011 - 11:00
0 : 0
1500 Zuschauer
Benjamin Bläser
1.500 Zuschauer bedeuten Ligarekord in der U-19 Bundesliga
SPORTKURIER. Der SV Waldhof Mannheim ist immer noch gut für Superlativen der besonderen Art. Sage und schreibe 1.500 Zuschauer säumten am Sonntagvormittag das Stadion am Alsenweg - REKORDBESUCH in der U 19 - Bundesliga Süd/Südwest in dieser Spielzeit. Aufgerufen hatte der Dachverband PRO Waldhof. Die Fanclubs waren angehalten, beim Spiel des SV Waldhof gegen den Tabellendritten FC Bayern München einen starken Support auf die Beine zu stellen. Auslöser dabei - das verlegte Regionalligaspiel zwischen Waldhof Mannheim und den FC Bayern Amateuren von Sonntag auf Montagabend. Damit waren Waldhof-Fans und Verantwortliche nicht einverstanden (wir berichteten).
Viele Zuschauer fühlten sich angesichts des tollen und lautstarken Supports in die guten, alten Zeiten im ehrwürdigen Alsenweg zurückversetzt.
Zum Spiel: Ob es die eindrucksvolle Kulisse war, die dem Favoriten aus München zu Beginn mehr zu schaffen machte oder ob es das Team von Trainer Stephan Groß und Michael Schüssler war, bleibt spekulativ. Der SV Waldhof ließ die Münchner nicht ins Spiel kommen. Dell und Hauck, als auch Franzin und Raab standen taktisch sehr gut. Machten die Räume in der Defensive sehr eng und ließen so die gefährlichen Angreifer Derflinger, Friesenbichler und den offensiven Burusic nicht zur Entfaltung kommen.
Im Mittelfeld arbeiteten Bakis, Kaiser, Sellentin und Kapitän Kochendörfer im Spiel gegen den Ball richtig stark. Ein gutes Kombinationsspiel aufzuziehen, was zweifellos die Stärke der Bayern ist, gelang den Gästen im ersten Abschnitt kaum. "Das haben wir in der Phase richtig gut gemacht. Der Gegner fand keine Lücke durch unsere Abwehrreihe", so Cheftrainer Stephan Groß.
In der 7. Minute die erste gute Szene im Spiel. Sören Kaiser hatte aus der halblinken Position einen Freistoß in den Strafraum getreten und Lucas Grill hatte die Kugel zunächst aus der Gefahrenzone geköpft. Diesen Ball nahm Serdar Bakis auf und schoss aus 20 Metern am Tor vorbei. Ein erster Warnschuss auf das Gehäuse von Torhüter Leopold Zingerle. Auf der Gegenseite blitzte die Klasse des Tabellendritten auf. Dominik Burusic hatte auf Edwin Schwarz gepasst und dieser lederte aus 18 Metern per Direktabnahme ab (15. Minute), der Ball wurde abgefälscht und ging nur haarscharf am Torpfosten vorbei.
Und weiter ging es auf der anderen Seite. Timo Raab hatte mustergültig in den Lauf von Sven Sellentin gespielt, aber dieser zögerte im Strafraum zu lange. Der Abpraller kommt wieder auf Timo Raab und dessen platzierter Schuss aus ca. 7 Metern knallt an den Torpfosten. Eine Riesenchance zur Führung für den Außenseiter. Danach ziemlich verteiltes Spiel. Der FC Bayern mit mehr Kombinationen und mehr Ballbesitz, die Waldhöfer im direkten Zweikampfverhalten jedoch zumeist Sieger und so ergab sich nach Ballgewinn die ein oder andere Torchance für die Blauschwarzen.
Der FC Bayern selbst versuchte sein Glück aus der Distanz, da durch die gut gestaffelte Waldhof-Deckung kaum ein Durchkommen war. So prüfte der österreichische Nationalspieler Kevin Friesenbichler in der 21. Minute aus 25 Metern Torhüter Kevin Broll. Der Flachschuss stellte den starken Waldhof-Schlussmann jedoch vor keine großen Probleme. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nur eine Minute später war es der starke Dennis Franzin der aus der halblinken Position flanken wollte, der Ball sich aber in Richtung Torwinkel absetzte. Zingerle im Tor der Bayern konnte den Ball gerade noch aus dem Torwinkel kratzen. "Franzin hat heute ein überragendes Spiel abgeliefert. Laufstark, ständig präsent und bei seinen Vorstößen auch immer gefährlich", fand Groß ein besonderes Lob für die Nr.3 des SV Waldhof.
Die Münchner weiter bemüht den Abwehrriegel der Waldhöfer zu knacken, aber es kam nur zu zwei weiteren Distanzschüssen. Zunächst war es der eingewechselte Oliver Markoutz mit einem Schuss aus 16 Metern (30.), den Broll entschärfte und in der 36. Minute wagte es Burusic aus 25 Metern. Aber auch dessen Weitschuss nicht wirklich gefährlich. Aus dem Spiel heraus konnten sich die Bayern nicht eine klare Torchance erspielen. Die Waldhöfer bei ihren Angriffen gefährlicher als die Gäste. In der 39. Minute lief Aytunc Önerler auf die Abwehrreihe der Bayern zu, aber in der 1:1 Situation gegen Daniel Wein zog er den Kürzeren. Der abgewehrte Ball kam zu Ioannis Mystakidis, aber dessen Flachschuss aus 8 Metern hielt Zingerle. "Da musste Önerler schon vor der 1:1 Situation den Ball quer legen", sah der Waldhof-Coach eine vergebene Chance.
Kurz vor dem Pausenpfiff die größte und klarste Torchance des ersten Durchganges. Mystakidis dribbelte Sallahi und Grill aus, drang in den Strafraum ein und hatte nur noch Zingerle vor sich, aber sein schwacher Schuss wurde vom Schlussmann gehalten. Der musste eigentlich drin sein. Groß: "Das hat Ioannis überragend gemacht, leider hat der Abschluss nicht geklappt. Da hätte mehr rausspringen können", so der Ex-Profi. Bayern konnte zur Pause mit dem 0:0 mehr als zufrieden sein, denn die Hausherren hatten ganz klar die besseren Tormöglichkeiten herausgespielt. Groß: "Den Wirkungsgrad der Bayern so einschränken zu können in der 1. Halbzeit, da bin ich schon stolz auf meine Mannschaft", war Stephan Groß zur Halbzeit hochzufrieden.
Groß weiter: "Die Zuschauerzahl, das war der Wahnsinn. Diese tolle Unterstützung hat meine Mannschaft schon beflügelt und an der Stelle möchten wir uns auch alle beim Dachverband, den Ultras und allen Fanclubs für diese tolle Unterstützung bedanken", kam der Trainer angesichts der Zuschauerressonance richtig ins Schwärmen.
2. Halbzeit: Gleich in der 46. Minute wollte der sehr agile und laufstarke Dennis Franzin ein Zeichen setzen. Über die linke Außenbahn ließ er zwei Bayern-Verteidiger stehen, scheiterte aber im Strafraum am sehr guten Daniel Wein. Und nur 6 Minuten später Jubelstürme auf der Tribüne, denn Schiedsrichter Benjamin Bläser hatte nach einem Foulspiel an Angreifer Ioannis Mystakidis auf Elfmeter für Waldhof Mannheim entschieden.
Die große Chance zur Führung: Dennis Franzin legte sich das Leder zurecht und jagte den Ball an die Torlatte. Zu viel Rückenlage hatte Franzin bei diesem Schuss. Das zweite Mal Aluminium in diesem Spiel - es war zum Haare raufen. "Schade, gerade Dennis hätte sich für sein tolles Spiel mit einem Treffer belohnen können. Aber so ist Fußball eben", haderte Groß nicht lange mit der vergebenen Chance.
Als wären die Münchener nach diesem Strafstoß aufgerüttelt worden, denn nun lief der Ball besser durch die Reihen der Bayern. Vorne beschäftigten Burusic und Friesenbichler die Innenverteidigung mächtig und im Mittelfeld erarbeiteten sich die "Bajuwaren" mit Schöpf, Derflinger (auch österreichischer Nationalspieler) und Schwarz ein Übergewicht. Das Team von Stephan Groß wurde jetzt richtig gut beschäftigt. In der 65. Minute nahm Christian Derflinger eine Flanke per Direktabnahme und der Ball knallte an die Torlatte. Glück für den SV Waldhof, das war bis dahin die beste Bayern-Chance.
Der große Dirigent an der Seitenlinie; Cheftrainer Stephan Groß
Nur noch sporadisch gefährliche Angriffe der Hausherren. Das Spiel hatte sichtlich Kräfte gelassen. In der 70. Minute war es Sören Kaiser der einen Freistoß aus 40 Metern zu weit schlug, der Ball aber noch eine echte Gefahr für Zingerle im Tor der Bayern wurde. Und in der 77. Minute spielte der in der 2. Halbzeit stark nachlassende Kapitän Kochendörfer einen mustergültigen Ball in den Strafraum und in den Lauf von Franzin. Im allerletzten Moment konnte Daniel Wein diesen Ball ablaufen. Der Druck der Bayern jetzt wieder stärker in der Schlussphase. Einen Schuss von Derflinger (85.) konnte Hauck zur Ecke klären. Groß: "Selbst unsere Wechsel brachten dann nicht die gewünschte Stabilität. Es ist unwahrscheinlich schwierig für einen Spieler, wenn er in so einem Spiel, bei einem solch hohen Tempo in die Partie kommt und von " Null auf Hundert" gehen muss."
In der 87. Minute flankte Oliver Markoutz in den Strafraum der Waldhöfer. Aber auch seine Flanke kam ungewollt in Richtung Torwinkel - Dennis Broll konnte klären. Sören Kaiser blieb es dann vorbehalten in der 89. Minute die letzte nennenswerte Aktion des Spiels zu setzen. Sein Schuss aus 14 Metern ging knapp über das Gehäuse der Bayern. So blieb es beim 0:0 Remis des Bundesligaaufsteigers SV Waldhof gegen einen der Meisterschaftsfavoriten, den FC Bayern.
Fazit: Der SV Waldhof taktisch hervorragend eingestellt, ließ insbesondere in der 1. Halbzeit nicht eine klare Torchance zu. Der FC Bayern konnte ebenso wie der SC Freiburg vor zwei Wochen, nur mit Distanzschüssen Gefahr erzeugen. München zwar mit mehr Ballbesitz, aber Waldhof gradliniger und mit seinen schnell vorgetragenen Kontern stets brandgefährlich. Eine Waldhöfer Führung wäre zur Pause durchaus gerecht gewesen. In der 2. Halbzeit hätten sich die Waldhof-Buben für ihr gutes und engagiertes Spiel belohnen können. Die große Chance, per Strafstoß in der 52. Minute in Führung zu gehen, wurde jedoch vergeben. Ab der 60. Minute die Münchener mit dem gefälligeren Spiel und mit viel Druck. Den Mannheimern merkte man am Ende das kräftezehrende Spiel an. Ein Remis für den SV Waldhof, welches Anerkennung verdient. Dennoch wäre bei besserer Chancenverwertung am heutigen Tage ein Sieg gegen den FC Bayern möglich gewesen.
Der FC Bayern München wankte am Alsenweg, er fiel aber nicht.
SV Waldhof Mannheim U19:
Dennis Broll,
-
Serdar Bakis,
Dennis Franzin,
Jaronas-Andri Hauck,
Jan Marvin Dell,
Timo Raab,
-
Sören Kaiser,
Steffen Kochendörfer,
-
Ioannis Mystakidis,
Aytunc Önerler,
Sven Sellentin,
Trainer:
FC Bayern München U19:
-
-
-
Leopold Zingerle,
Ylli Sallahi,
Lucas Grill,
Daniel Wein,
Fabian Hürzeler,
Alessandro Schöpf,
Christian Derflinger,
Kevin Friesenbichler,
Dominik Burusic,
Edwin Schwarz,
Benno Schmitz,
Trainer:
Kurt Niedermayer,
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